Ratgeber
Sonne & Schatten im Garten: Lichtverhältnisse richtig einschätzen
Ein Garten gedeiht dann am besten, wenn jede Pflanze genau das Licht bekommt, das sie braucht. Dieser Ratgeber zeigt, wie du mit dem Sonnenbogen und der Schattenansicht von ShadowFinder die Lichtverhältnisse Stunde für Stunde und Jahreszeit für Jahreszeit erfasst.
Direkt ausprobieren — für deinen Garten und die heutige Sonne:
Sonnenstand jetzt für deinen Standort berechnenWarum Etiketten allein nicht reichen
Auf den meisten Pflanzenschildern steht nur „sonnig“, „halbschattig“ oder „schattig“. Dieselbe Stelle im Beet kann aber im Juni sechs Stunden direkte Sonne bekommen und im Oktober nur noch zwei. Wer den echten Sonnenverlauf über dem eigenen Garten kennt, kann:
- Sonnenhungriges Gemüse und Kräuter dorthin setzen, wo tatsächlich sechs Stunden und mehr ankommen.
- Empfindliche Schattenpflanzen vor der heissen Nachmittagssonne schützen.
- Bäume, Spaliere und Gartenhäuser so planen, dass sie künftige Beete nicht beschatten.
Schritt 1 — Standort erfassen
Öffne ShadowFinder im Garten und erlaube den Standortzugriff. Der Sonnenbogen wird für deinen genauen Breiten- und Längengrad neu gezeichnet, samt Sonnenaufgang, Stundenmarken und Sonnenuntergang für den heutigen Tag.
Schritt 2 — Den Tag durchfahren
Ziehe die Sonne dem Bogen entlang. Der Schatten dreht und streckt sich in Echtzeit, genau so wie im Garten. Halte bei den entscheidenden Uhrzeiten an — früher Morgen, Sonnenhöchststand, später Nachmittag — und notiere dir, wo der Schatten liegt.
Schritt 3 — Pflanzen dem Licht zuordnen
- Volle Sonne (ab 6 Std.): Tomaten, Paprika, Lavendel, Rosmarin.
- Halbsonnig (3–6 Std.): Salat, Mangold, Randen, die meisten Kräuter.
- Schatten (unter 3 Std. direkt): Farne, Funkien, Minze, Waldstauden.
Schritt 4 — An die Jahreszeiten denken
Im Sommer steht die Sonne hoch, im Winter flach — die Schatten werden entsprechend kürzer und länger. Prüfe den Bogen zusätzlich zur Tagundnachtgleiche im Frühling und Herbst sowie zur Sommersonnenwende. Diese drei Momentaufnahmen decken den grössten Teil der Jahresschwankung ab.
Praxistipps
- Fotografiere jedes Beet an einem klaren Tag um 9, 12 und 15 Uhr — das ergibt eine verlässliche Aufzeichnung.
- Denke an Zäune, Mauern und Nachbarbäume; auch sie werfen Schatten.
- Miss nach jedem Rückschnitt und nach jeder Neupflanzung über Kniehöhe erneut.
Häufige Fragen
Wie viele Sonnenstunden braucht ein Gemüsebeet?
Tomaten, Paprika, Zucchini und die meisten Kräuter brauchen mindestens sechs Stunden direkte Sonne pro Tag. Salat, Mangold und Randen kommen mit drei bis sechs Stunden aus. Farne, Funkien und Waldstauden gedeihen auch mit weniger als drei Stunden.
Wie messe ich die Sonnenstunden in meinem Garten?
Stelle dich ins Beet, erlaube den Standortzugriff und ziehe den Zeitregler durch den Tag. ShadowFinder zeigt für jede Uhrzeit Richtung und Länge des Schattens. Wo der Schatten von Haus, Zaun oder Baum liegt, fehlt die direkte Sonne.
Warum ändert sich der Schatten im Lauf des Jahres so stark?
Im Sommer steht die Sonne mittags hoch, die Schatten sind kurz. Im Winter steht sie flach, die Schatten werden zwei- bis dreimal so lang. Prüfe deshalb Sommersonnenwende, Tagundnachtgleiche und Wintersonnenwende getrennt — die drei Termine decken fast die ganze Bandbreite ab.
Kann ich den Schattenwurf eines geplanten Baums vorab prüfen?
Ja. Wähle das Baummodell, stelle dich an den vorgesehenen Standort und fahre den Tagesverlauf ab. So siehst du, welche Beete der Baum in zehn Jahren mittags und nachmittags beschatten würde.
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